Die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen für Deinen Impact

Von Franziska Rist
41 Aufrufe
Die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen für Deinen Impact

Letzte Woche war Carina Heyer von iCONDU bei uns zu Gast und hat unseren Teilnehmenden von Gründungsgarage_PLUS mit dem Planspiel Sustain2030 die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele direkt erlebbar gemacht. Der Fokus lag auf der Frage, was es bedeutet, globale Nachhaltigkeitsziele in konkrete Entscheidungen zu übersetzen. Zeit, das Zielsystem dahinter genauer vorzustellen und welcher Mehrwert dieses Zielsystem für Organisationen in ihrer Weiterentwicklung steckt.

Am 25. September 2015 beschlossen die Staats- und Regierungschefs aller 193 UN-Mitgliedstaaten auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York einen historischen Meilenstein: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Unter dem Titel „Transformation unserer Welt" verpflichteten sich alle Nationen, grundlegende Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Welt voranzutreiben.

Sie ist die Nachfolgeagenda der Millennium-Entwicklungsziele, die im Jahr 2000 beschlossen worden waren und 2015 ausliefen und geht in einem entscheidenden Punkt weit darüber hinaus: Während die Vorgängerziele vor allem auf den Globalen Süden ausgerichtet waren, richten sich die 2015 verabschiedeten SDGs an alle Länder der Welt, Globaler Norden sowie Süden gleichermaßen.

Die Agenda 2030 ist rechtlich nicht bindend, sondern funktioniert durch politischen Willen, gesellschaftlichen Druck und die freiwillige Selbstverpflichtung von Staaten, Unternehmen und Zivilgesellschaft. Dennoch entfaltet sie enorme Wirkung: als gemeinsamer Rahmen, der Ziele definiert, Fortschritte messbar macht und Akteure auf der ganzen Welt in die Pflicht nimmt.

Der Kern der Agenda 2030 sind die 17 Sustainable Development Goals (kurz: SDGs). Sie decken die gesamte Bandbreite globaler Herausforderungen ab: von der Beseitigung extremer Armut über den Schutz der Meere bis hin zu gerechten Institutionen und globaler Partnerschaft.

Fünf Kernbotschaften, die sogenannten „5 Ps", stehen den SDGs als handlungsleitende Prinzipien voran:

Die 17 Ziele sind dabei nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern eng miteinander verknüpft und bedingen sich gegenseitig. Wer SDG 4 (Bildung) stärkt, unterstützt gleichzeitig SDG 8 (Arbeit) und SDG 10 (Weniger Ungleichheiten). Wer SDG 13 (Klimaschutz) vernachlässigt, gefährdet SDG 2 (Kein Hunger) und SDG 3 (Gesundheit). Diese Zusammenhänge sind auch bei unserem Planspiel sehr deutlich geworden. 

SDG’s auf verschiedenen Ebenen: Warum das so hilfreich ist.

Die SDGs sind universell – aber sie entfalten ihre Wirkung auf unterschiedlichen Ebenen. Genau das macht sie so wertvoll: Sie bieten einen gemeinsamen Rahmen, der von der globalen Politik bis zum einzelnen Unternehmen funktioniert.

SDG’s als Werkzeug zur Impact-Messung

Einer der praktischsten Vorteile der SDGs für Unternehmen liegt in ihrer Funktion als gemeinsame Sprache für gesellschaftliche Wirkung. Statt vage von „Nachhaltigkeit" oder „sozialem Engagement" zu sprechen, können Unternehmen konkret benennen: Zu welchem SDG tragen wir bei? Wodurch und wie stark?

Warum die SDGs für die eigene Impact-Messung nützlich sind:

o  Sie bieten einen international anerkannten Rahmen, der von Investor*innen, Fördergebenden und Partner*innen verstanden wird.

o  Sie helfen, den eigenen Beitrag gegenüber Kund*innen, Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit sichtbar und kommunizierbar zu machen. 

o  Sie ermöglichen eine strukturierte Analyse: Welche SDGs befördern wir positiv, und welche beeinflussen wir möglicherweise negativ?

o  Sie sind Grundlage für Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach GRI, ESRS) und erleichtern die Berichterstattung erheblich.

o  Sie schaffen Orientierung für strategische Entscheidungen: Wo investieren wir? Welche Produkte entwickeln wir? Mit wem kooperieren wir?

Das Instrument dafür heißt SDG-Kompass und wurde von der Global Reporting Initiative (GRI), dem UN Global Compact und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt. Er beschreibt in fünf Schritten, wie Unternehmen die SDGs in ihre Strategie integrieren und ihre Wirkung messen können: Verstehen, Priorisieren, Ziele setzen, Integrieren, Berichten.

Der entscheidende Gedanke dabei: Impact zu kennen bedeutet, ihn gestalten zu können. Wer weiß, welchen Beitrag das eigene Unternehmen leistet oder wo es Schaden anrichtet, kann gezielt steuern, verbessern und wachsen.

Das Planspiel Sustain2030 hat genau das erfahrbar gemacht: In kurzer Zeit wurde klar, wie schnell Entscheidungen multiple SDGs gleichzeitig berühren und wie wichtig es ist, diesen Zusammenhang zu kennen.

Du willst beim nächsten Workshop dabei sein oder mehr über unsere Weiterbildungsangebote erfahren? Melde dich gerne bei uns an gruendungsgarage-chemnitz@asa-ff.de.