Habt ihr euch schon mal gefragt, warum eigentlich alle denselben Preis zahlen sollen, obwohl wir alle in völlig unterschiedlichen Situationen stecken? Wir haben uns diese Frage gestellt und das hat einiges ins Rollen gebracht.
Ein Preis für alle klingt erstmal gerecht. Keine Ausnahmen, keine Diskussionen. Aber stimmt das wirklich? Für jemanden, der*die gut verdient, ist ein Ticket für 20 € eine Kleinigkeit. Für jemanden, der*die gerade in irgendeiner Ausbildung steckt, freelanct, viel Care-Arbeit privat übernimmt oder sich in einer schwierigen Phase befindet, kann genau dieser Betrag die Entscheidung sein, dabei zu sein oder nicht. Wir finden: Das sollte nicht so sein.
Kurzer Hintergrund dazu: Auch wir sind darauf angewiesen, neben unserer Förderung Eigenmittel zu generieren, und haben deshalb ein neues Preismodell für unsere Workshops entwickelt. Unser Ziel ist es, ein Preismodell zu finden, das zu uns als gemeinwohlorientierte Organisation passt und uns ermöglicht, unsere Preise flexibel und fair zu gestalten. Herausgekommen sind zwei Modelle für unsere Programme.
Für unser Stipendienprogramm und unser Frauenprogramm setzen wir auf „Pay as you can“: Du zahlst, was du kannst und möchtest, die Entscheidung liegt bei dir.
Bei unserem Programm Gründungsgarage_PLUS haben wir uns für ein impact-basiertes Stufenmodell entschieden. Hier wählt ihr zwischen fest definierten, von uns als Team entwickelten Preisstufen, die sich nach gemeinwohlorientierten Kriterien richten, wie z. B. Bist du gerade in irgendeiner Form von Ausbildung, nimmst du als Privatperson oder als Unternehmen teil, in welcher Phase deiner Gründung befindest du dich gerade? Oder bist du alleinerziehend bzw. übernimmst privat viel unbezahlte Care-Arbeit?
Uns war dabei wichtig, ein Preismodell zu wählen, bei dem sich Menschen selbst auf Vertrauensbasis einordnen können. Alternative Preismodelle sind kein Rabattsystem. Sie sind eine Haltung. Sie sagen: „Wir vertrauen dir.“ Wir glauben, dass du weißt, was du zahlen kannst, und dass du mit dem Wert unserer Arbeit fair umgehst.
Was uns dabei auch wichtig war, ist die Kommunikation unserer Preise: Dieselbe Preisstaffel kann sich unangenehm anfühlen oder wie eine selbstbestimmte Entscheidung. Der Unterschied liegt allein darin, wie wir diese kommunizieren.
Welche positiven Effekte erhoffen wir uns dadurch?
Wir hoffen, dass sich das langfristig in der Beziehung zu unseren Teilnehmenden zeigt. Wer bewusst entscheidet, was einem etwas wert ist, identifiziert sich stärker damit. So hoffen wir, dass sich Teilnehmende aus Überzeugung für unsere gemeinwohlorientierten Angebote entscheiden. Zudem möchten wir gezielt zeigen, dass es auch andere Wege gibt, Preise zu kommunizieren, und wünschen uns, dass diese ungewöhnliche Erfahrung weitererzählt wird und unser solidarisches Preismodell so zu kostenloser Werbung wird. Und nicht zuletzt wünschen wir uns, dass wir finanzielle Barrieren damit abbauen und so möglichst vielen Menschen den Zugang zu unseren Angeboten ermöglichen können.
Gleichzeitig haben wir in der Entwicklung unseres Preismodells im Team auch diskutiert: Was kann im schlimmsten Fall schiefgehen und was waren unsere größten Bedenken? Wir haben uns gefragt, ob manche absichtlich weniger zahlen könnten, nicht aus Not, sondern einfach, weil sie es können, und was es für uns als Team bedeutet, das auszuhalten und unseren Teilnehmenden diesen Vertrauensvorschuss zu geben. Gleichzeitig gibt es da auch die Frage, gerade weil wir es so gewohnt sind, dass es beim Kaufen einen festen Preis gibt: Kann unser offenes Modell Menschen verunsichern, z. B. „Bin ich willkommen? Ist mein Beitrag okay?“ Ist unser Modell vielleicht zu komplex gestaltet, sodass es bei der Buchung eher überfordert und Menschen von der Teilnahme abschreckt?
Wahrscheinlich gibt es kein perfektes Modell, aber nach dem Prozess sind wir überzeugt: Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie man ein passendes Ticketing für die eigenen Angebote findet. Wir probieren unser Modell seit Juni 2026 aus und sammeln Erfahrungen und Learnings. Update folgt …
Und noch ein kleiner Fakt am Rande: Als wir uns mit unserem Preismodell beschäftigt haben, sind wir natürlich auch schnell auf die Frage gestoßen: Wie und vor allem wo möchten wir unsere Tickets verkaufen? Nach einem Vergleich verschiedener Buchungsplattformen, stand für uns fest: Wir wollten nicht nur ein gemeinwohlorientiertes Preismodell haben, sondern auch eine Buchungsplattform, die gemeinwohlorientiert ist. Wir haben uns für Höme entschieden, eine Ticket-Plattform, die sich als zertifizierte B Corp™ der Nachhaltigkeit und sozialen Gerechtigkeit verpflichtet und ihre Einnahmen für positiven Wandel und eine nachhaltigere Veranstaltungsbranche nutzt. Für uns war das die schnellere Lösung, als ein eigenes Ticketing für unsere Angebote aufzubauen.
Schaut gerne mal bei uns auf der Buchungsseite unserer Veranstaltungen vorbei: https://tickets.infield.live/seller/grundungsgarage-chemnitz-nahp
Was sagt ihr zu unserem neuen Preismodell und der Buchungsplattform? Schickt uns gerne euer Feedback dazu, wir freuen uns über eure Gedanken!